Businessplan schreiben: Aufbau, Inhalte und typische Fehler.
Ein Businessplan ist mehr als eine Pflichtübung für die Bank. Er zwingt dich, die wichtigsten Fragen zu deinem Vorhaben zu beantworten, bevor du Geld ausgibst. So baust du ihn auf, und diese Fehler solltest du vermeiden.
Von Michael Wild · Lesezeit etwa 5 Minuten
Ob Bankkredit, Gründungszuschuss oder Gespräch mit einem Partner: Früher oder später fragt jemand nach deinem Businessplan. Wer ihn ernst nimmt, gewinnt doppelt. Er überzeugt andere, und er überzeugt sich selbst, dass das Vorhaben trägt, oder merkt rechtzeitig, dass es das noch nicht tut.
Der Aufbau, den Leser erwarten
Banken und Förderstellen lesen viele Pläne. Sie finden sich schneller zurecht, wenn deiner einer bewährten Gliederung folgt:
- Zusammenfassung: dein Vorhaben auf einer Seite, am Ende geschrieben, am Anfang platziert
- Gründerperson: Ausbildung, Erfahrung und warum gerade du dieses Unternehmen führen kannst
- Angebot: was du verkaufst und welches Problem du für deine Kunden löst
- Markt und Wettbewerb: wer deine Kunden sind, wie viele es gibt und wer sie heute bedient
- Marketing und Vertrieb: über welche Wege du Kunden gewinnst und zu welchen Preisen
- Organisation: Rechtsform, Standort, Partner, Personal
- Chancen und Risiken: ehrlich benannt, mit Gegenmaßnahmen
- Finanzplan: Investitionen, Umsatz, Kosten, Rentabilität, Liquidität, Kapitalbedarf und Finanzierung
Der Text erzählt, die Zahlen beweisen
Der häufigste Grund, warum ein Plan nicht überzeugt: Text und Zahlen passen nicht zusammen. Im Text steht „Wir gewinnen vor allem über Empfehlungen“, im Finanzplan stehen 2.000 Euro Werbebudget im Monat. Oder der Text beschreibt einen Premium-Anspruch, die kalkulierten Preise liegen aber unter dem Wettbewerb.
Lies deinen Plan deshalb einmal nur mit einer Frage: Steht für jede Annahme im Finanzplan eine Begründung im Text?
Die sieben häufigsten Fehler
- Zielgruppe zu breit: „alle zwischen 20 und 60“ ist keine Zielgruppe. Je konkreter, desto glaubwürdiger.
- Umsatz ohne Herleitung: Wie viele Kunden kaufen wie oft zu welchem Preis? Ohne diese Kette bleibt jede Umsatzzahl eine Behauptung.
- Lebenshaltungskosten vergessen: Dein Unternehmen muss auch dich ernähren. Privatentnahmen, Krankenversicherung und Altersvorsorge gehören in die Planung.
- Kein Puffer: Die Anlaufphase dauert fast immer länger als geplant. Plane Reserve ein.
- Wettbewerb unterschätzt: „Es gibt keine Konkurrenz“ heißt für Leser meist: nicht gründlich recherchiert, oder kein Markt.
- Liquidität mit Gewinn verwechselt: Ein Unternehmen kann Gewinn ausweisen und trotzdem zahlungsunfähig werden, wenn Kunden spät zahlen. Mehr dazu im Beitrag zur Liquiditätsplanung.
- Zu lang: Ein guter Businessplan ist so lang wie nötig. Viele überzeugende Pläne haben 15 bis 30 Seiten plus Finanzteil.
Drei Fragen, bevor du ihn abgibst
- Könnte jemand ohne Branchenkenntnis in fünf Minuten erklären, womit du Geld verdienst?
- Hält jede Zahl der Frage „Woher wissen Sie das?“ stand?
- Weißt du, was du tust, wenn das vorsichtige Szenario eintritt?
Wenn du alle drei mit Ja beantworten kannst, bist du weiter als die meisten.
Unterstützung
Du willst wissen, wie dein Plan auf eine Bank wirkt? Im Businessplan-Check lesen wir ihn mit genau diesem Blick und besprechen die Ergebnisse mit dir.
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Ob Geschäftsidee, Gründung oder unternehmerische Herausforderung – wir besprechen gemeinsam, wie wir dich unterstützen können.
